Neuigkeiten

Gemeinsame Tagung SHK- und E-Handwerk aus Hessen und Rheinland-Pfalz am 17. und 18. April 2026 in Kaiserslautern

4. Mai 2026 by in Allgemein

Am 17. und 18. April fand bereits zum dritten Mal der gemeinsame Zukunftstag der vier Fachverbände statt.

Als Veranstaltungsstätte nutzte man das „42kaiserslautern“. Ein moderner, innovativer Ort für den informativen Austausch, passend zu den beteiligten Gewerken

Die Begrüßung erfolgte durch Landesinnungsmeister Dieter Allenbacher sowie FEHR – Präsident Stefan Ehinger. Beide betonten die Wichtigkeit des gemeinsamen Austauschs; unter den Anwesenden gäbe es auch sogenannte „Zebra – Betriebe“, die bereits die gegenseitigen Synergien nutzen.

Auch politisch würde im gemeinsamen Sinne mit einer Stimme gesprochen.

Präsident Ehinger leitete danach zum Grußwort von Staatssekretär Michael Hauer vom Ministerium Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz über. Dieser war kurzfristig für Ministerin Katrin Eder eingesprungen.

Hauer, selbst gelernter Landwirt und Dipl. Ing. Verfahrenstechnik betonte, dass er größten Respekt vor den anwesenden Handwerksvertretenden und ihren Gewerken hätte. Diese seien täglich mit dem Thema Energiewende konfrontiert und würden diese vor Ort gestalten und umsetzen.

Er betonte unter anderem die Wichtigkeit der Beratungsleistung beider Gewerke; eine Fachkraft müsse da sein, um für das Geld von Kundinnen und Kunden die bestmögliche Lösung für alle zu generieren, „auch für unsere Umwelt und die Zukunft unserer Kinder“.

Er spannte den Bogen zum aktuell relevanten Thema; „Der Krieg im Iran zeigt deutlich, wie dringend wir die Energiewende brauchen, auch im Gebäudesektor. Wenn wir bei Strom- und Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien setzen, verbleiben Erträge und Gewinne hier im Land und der Region und wir machen uns zudem unabhängig von Importen, wir schaffen regionale Wertschöpfung. Der gemeinsame Zukunftstag von SHK- und E-Handwerk in Rheinland-Pfalz und Hessen zeigt, mit wieviel Innovationskraft sich die Region für einen zukunftssicheren Gebäudesektor einsetzt“, so Hauer.

Anschließend leitete Allenbacher zum Vortrag „Batteriespeicher; Zusammenspiel von Stromspeicher und Energiemanagement – der Weg in die energiegewendete Welt“ von FENECON Geschäftsführer Franz-Josef Feilmeier über. Dieser zeigte eindrucksvoll auf, wie innovativ Batteriespeicher seien. Ob Privat oder Unternehmen; man sollte den „Zeitraum, nicht nur den Zeitpunkt“ betrachten, so Feilmeier. Er zeigte auf, wohin die „Energy Journey“– die Energiereise – der nächsten 20 Jahre gehe; „Energiemanagement und Speicher an jedem Netzanschluss – die Energy Journey aktiv gestalten“ (Feilmeier 2022) frei nach „A Computer on every desk and in every home“ (Bill Gates 1980).

Nicht unerwähnt ließ er bestehende Grenzen (Stichwort Batterientsorgung).

Zu erwähnen sei noch, dass FENECON bereits 3x hintereinander für die Innovation des Jahres ausgezeichnet wurde, was für sich spricht.

Darauffolgend begrüßte Landesinnungsmeister FV SHK Rheinland-Rheinhessen Oliver Saling Head of Group Buildings Systems Technology, Dr. Peter Engelmann vom Fraunhofer Institut, zu seinem Vortrag „Kältemittel Propan und Füllmengenreduktion“.

Engelmann stellte ein Projekt vor, welches die Zielstellung „Klimaneutralität bis 2045“ beinhaltete. Schwerpunkt war die Wärmepumpe mit Propanfüllung (R290). Der Vorteil sei die Ungiftigkeit; allerdings sei die leichte Entzündlichkeit ein Nachteil.

Um dem entgegen zu wirken, wurde nach und nach eine Füllmengenreduktion durchgeführt, wodurch letztendlich eine bessere Sicherheit erreicht wurde.

Wichtige Erkenntnis; auch mit geringen Kältemittelfüllmengen können Wärmpumpen in Mehrfamilienhäusern erreichbar sein.

Fazit: „Aus technischer Sicht gäbe es kaum Gründe, Wärmepumpen in Bestandsgebäuden nicht einzusetzen. Allerdings sei eine gründliche Bestandsaufnahme und das Zusammenspiel verschiedener Gewerke unerlässlich, um die bestmögliche, energetische Lösung zu finden“ so Engelmann.

Nach den spannenden Vorträgen gab es in der Kaffeepause die Gelegenheit des ersten fachlichen Austauschs, und um die gehörten Informationen zu verarbeiten.

Der letzte Vortrag des Tages wurde von Head of Sales & Partnerships von Leaders of AI, Marc Stühler, zum Thema „KI“ gehalten.

Stühler stellte aus seinem Unternehmen KI – „Mitarbeiter“ vor, die bereits etliche Aufgaben in unterschiedlichen Bereichen (Büroorganisation, Protokollführung etc.) übernehmen würden.

Er dachte an die „Enkelgeneration“, die zukünftig Betriebe übernehmen und leiten würden. Hier bestünde die Möglichkeit, dass langjähriges erarbeitetes Wissen mithilfe von KI nicht verloren gehe.

Was für manche vielleicht noch wie „Zukunftsmusik“ klingt, ist mittlerweile in vielen Firmen im Alltag angekommen.

Zu allen Vorträgen wurden einige Fragen gestellt, wodurch es zu einem lebendigen und informativen Austausch kam.

Schlusspunkt des offiziellen Programms setzte die Podiumsdiskussion unter dem Motto „Best Practice zwischen Elektro und SHK; gelebte Kooperation“, welche von Geschäftsführerin FV SHK Rheinland-Rheinhessen, Katharina Hilger, gekonnt moderiert wurde.

Allenbacher und Ehinger betonten die Wichtigkeit der Zusammenarbeit, denn, gerade in kleineren Orten, wäre es bereits gelebte Praxis.

Letztendlich komme es immer auf die handelnden Personen an; es sei „immer gut, sich mal zusammen zu setzen“ so Ehinger und nötig, die „Selbstüberschätzung einmal sein zu lassen und an jemanden auch einmal etwas abzugeben, der es besser könne“ so Allenbacher abschließend zur Diskussion.

Beide luden anschließend zum gemeinsamen Abendessen und geselligen Ausklang des Tages ein. Dies wurde von den Anwesenden, typisch für die Pfalz, beim Gläschen Wein rege zum informativen Austausch genutzt.

Am zweiten Tag ging es direkt informativ weiter. Zum ersten Vortrag kam Frau Dr. Rusanna Gaber vom Sinus Institut per Onlineschalte dazu. Sie war kurzfristig für den erkrankten Dr. Christoph Schleer eingesprungen.

Ihr Thema aus der Sinus Jugendforschung „Jugendliche heute: Alle gleich – oder ganz verschieden?“ brachte die Sichtweise von Jugendlichen zum Tragen.

Gaber stellte sieben verschiedene Lebenswelten der Jugendlichen vor; Traditionell-Bürgerliche, Kosum-Materialisten, Neo-Ökologische, Expeditive, Prekäre, Adaptive und Experimentalisten. Zu jedem gab sie spannende Einblicke, was unter diesem „Typ Jugendliche“ zu verstehen ist. Für einige sei z. B. wichtig, „die Komfortzone Schule endlich verlassen zu können“, es gäbe aber auch „Kopfzerbrechen, ob der angestrebte Beruf auch Jahre später interessant genug bleiben wird?“, oder man wolle „genug Geld verdienen“ sowie „Anerkennung erfahren“ und „Arbeiten, um zu leben, nicht umgekehrt“.

Unternehmen müssen sich überlegen, welches in Punkto Mitarbeiter/Auszubildende ihre Zielgruppe ist und wie man diese erreichen könne.

Gabers Fazit: Es gibt nicht „die Strategie für alle“.

Mit diesen Worten entließ sie die Anwesenden nochmals in eine angeregte Diskussion.

Schließlich referierte Obermeister und Geschäftsführer von Lorenz Energie GmbH, Mike Lorenz, zum letzten Vortrag des Tages zum Thema „Wie meistern wir die Herausforderung der Energiewende?“

„Als Klimahandwerke müssen wir uns den Herausfordernden der digitalen Energiezukunft stellen und die Sektorenkopplung gemeinsam umsetzen. Die technische Basis bilden regelbare Wärmepumpen in Kombination mit PV-Anlagen, elektrischen Energiespeichern und E-Fahrzeuge, die bidirektionales Laden unterstützen. Durch intelligente Messsysteme (iMSys) und daran angebundene Energiemanagementsysteme können diese steuerbaren Verbrauchseinrichtungen perfekt in ein zukunftsfähiges Stromnetz eingebunden werden. Zukünftig entfalten so dynamische Stromtarife und Netzendgelte ihre Wirkung. Wichtig ist jedoch: Langfristige und verlässliche Rahmenbedingungen der Politik sind wichtiger als die beste Technik.

Die geplante Abschaffung der 65 % Regel im GEG oder die geplante Abschaffung der EEG-Vergütung sind falsch und bremsen die Energiewende massiv aus“ so Lorenz.

Anschließend bestand die Möglichkeit, sich die Räumlichkeiten des „42kaiserslautern“ näher zu betrachten.

War man für die Vorträge in der „Denkfabrik“ zusammengesessen, konnte man jetzt direkt am „Modellhaus“ in Kleinformat modernes, energetisches Hausdesign erleben. Dies war für die anwesenden Gewerke besonders interessant, da sie als Fachleute direkt „fachsimpeln“ konnten.

Im „Wissensatelier“ konnte dafür einiges angeschaut und selbst ausprobiert werden.

Nach diesen ganzen Eindrücken war die gemeinsame Zeit schon fast um. Das Resümee der Teilnehmenden war durchweg positiv. Nicht nur der fachliche Austausch, auch „mal rauszukommen und wieder etwas anderes zu sehen“ sei wichtig.

Dazu sei noch erwähnt, dass sowohl das hauseigene Team um Isabell Adelhardt vom Café Luma, als auch das Catering Peter Scharff und Team, zum Wohlfühlen durch hervorragenden Service mit handwerklich hochwertigen Essen beigetragen hatten. Auch in dieser Hinsicht eine runde Sache.

Allenbacher und Ehinger sprachen in ihrem gemeinsamen Schlusswort ihren Dank an alle Beteiligten aus, luden zum letzten Mittagsimbiss ein und wünschten allen einen guten Heimweg, verbunden mit dem Wunsch, den ein oder anderen Input mitzunehmen und umzusetzen.

Insgesamt eine gelungene Veranstaltung 😊

    ADRESSE

    Im Altenschemel 30
    67435 Neustadt an der Weinstraße

    TELEFON

    06327 99990-85

    E-MAIL

    office@fv-shk-pfalz.de

    Unsere Social-Media Kanäle